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Dreifaltigkeit. Vor 1664



Objectdescription:Plastik
Measurements:112 x 90 x 40 cm
Hergestellt:?
Material:Kreide, Bleiweiß (Polierweiß), Gold

Die in Kalk geschnitzte, plastische Umsetzung der Dreifaltigkeit gehörte ursprünglich zur Ausstattung der Schloßkapelle der Friedensburg. Seit dem 12. Jahrhundert wurde die Burg, die zum Reichslehen Leutenberg gehörte, von Schwarzburger Grafen bewohnt und diente seit 1608 als Witwensitz zweier Gräfinnen. Als erste bezog 1608 Elisabeth von Schwarzburg-Rudolstadt (1568-1617) das vertraglich festgeschriebene Wittum. Sie veranlaßte auch den Bau der Schloßkapelle anstelle eines früheren Brauhauses. Doch als die zweite Gräfin, Aemilie Antonie von Schwarzburg-Rudolstadt (1614-1670), ab 1662 ihren ständigen Wohnsitz in Leutenberg nahm, mußte sie die mittlerweile unbrauchbar gewordene Kapelle neu ausbauen lassen. Als ehemalige Canonissin des Stiftes Quedlinburg nahm sie dabei maßgeblichen Einfluß auf die Ausstattung ihrer kleinen Kirche, und schon am 28. November 1664 konnten 16 Handwerker ihren Lohn quittieren. Leider ist dieser Rechnung nicht zu entnehmen, für welche Arbeitsleistung sie bezahlt wurden, so daß bis heute auch der Kalkschneider nicht namhaft gemacht werden kann. Anders verhält es sich mit der Kanzel, die 1664 vom Meister Friedemann aus Kranichfeld in Anlehnung an die Kanzel der Rudolstädter Stadtkirche gefertigt wurde. Ferner läßt sich bisher nicht eindeutig der Standort der Plastik der Dreifaltigkeit nachweisen. Ursprünglich soll sie an der Wand unter der von Wolfgang Bartholomäus Albrecht gebauten Orgel befestigt gewesen sein. Doch 1935 lag sie neben anderen Ausstattungsstücken auf dem Altar der mittlerweile stark vernachlässigten Kapelle. Die im Ostflügel gelegene Kapelle wurde am 1. Advent 1664 durch den Hofprediger Johann Georg Roth (1633-1682) geweiht. Wie bei allen Kirchen bezog die Segnung auch die Dreifaltigkeit ein. Darüber hinaus kann das im Auftrag der Gräfin gefertigte Relief sinnbildlich verschiedenartig gedeutet werden. Zum einen ist als Ratschluß der Erlösung die Dreifaltigkeit mit zwei Figuren zur Veranschaulichung des Gehorsams Christi wiedergegeben worden. Zum anderen ist die Darstellung der Figuren auf dem Throne - in diesem Fall eine Wolke - eine seit dem 12. Jahrhundert beliebte Wiedergabe der Dreifaltigkeit, die von dem Psalter für den liturgischen Gebrauch ausgeht. Die hierbei noch fehlende Taube kann im Lauf der Zeit bei der Plastik verlorengegangen sein. Provenienz: gelangte nach 1935 in den Bestand der Städtischen Altertumssammlung Rudolstadt. [Doreen Winker]

Ort:Leutenberg (Thüringen)

Konzept:Trinität


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Type of Dataset: EINZELOBJEKT

Datasetnumber: 58

Administrator of photo: Thüringer Landesmuseum Heidecksburg